"It´s lovely" (2007/2011)
[varnish and tape on black & white photography, 40 x 60 cm]
Art in the museum is often "fragile". Public art is already robust, because it is exposed to the weather, environmental influences and the people. Only the sound art, the music can not be touched or destroyed.
Yet the recipients are not free from constraints, not free of restrictive behavior. At a concert, as the Europe Concert, held each spring in the palace gardens of Schönbrunn, everybody has to conform the rules of the event. There, you're not alone, you have to share the place with another approximately 30,000 visitors and VIPs of the political ranks. Although visitors can choose their seat free, but you are not allowed to be close to the orchestra, or to the VIPs and the distinguished guests. Without some discipline process, it would be impossible to ensure a smooth stay for thousands.
"There is a discipline only in the degree that there is a multiplicity and a plan, or a target or a multiplicity of this result to be achieved." (M. Foucault, "History of governmentality 1, Security, Territory, Population" ", 1st edition, Suhrkamp Verlag, 2004, p. 28)
But how do we reconcile the discipline and the rules with the pleasure of the acoustic experience? Is that even possible?
How many people endure the art?
Kunst im Museum ist oft „fragile“. Kunst im öffentlichen Raum ist schon robuster, weil es der Witterung, den Umwelteinflüssen (wie Abgase....) und den Menschen ausgesetzt ist.
Nur die „Klangkunst“, die Musik kann weder „berührt“ noch „zerstört“ werden. Der/die Hörer/In kann sie nicht wirklich beeinträchtigen.
Und doch sind die Rezipienten nicht frei von Zwängen, nicht frei von restriktiven Verhalten. Nur im Wohn-zimmer, alleine kann der/die Hörer/In sich ganz der Musik hingeben.
Bei großen Konzerten aber, wie dem Eurpakonzert, das jeden Frühling unter freiem Himmel im Schloßpark von Schönbrunn stattfindet, sieht es da schon anders aus. Dort ist man nicht alleine,
sondern tummelt sich mit weiteren ca. 30000 Besucher-/Innen, und dem „Who is Who“ der Politikerriege. Die Besucher können zwar ihren Platz unter freiem Himmel selbst wählen, doch ganz nah ans Orchester können nur die VIPs und die Ehrengäste.
Oft kündigen sich sogar internationale Gäste wie z.B. Bill Clinton an, und spätestens dann ist es aus mit dem schranken-losen Hörgenuß.
Ohne gewisse Disziplinierungsverfahren wäre es allerdings unmöglich, einen reibungslosen Aufenthalt für Tausende zu gewährleisten. (Die Loveparade bei Duisburg letzten Jahres hat das Problem der Masse und deren Regulierung in einem schrecklichen Szenario vorgeführt: dort starben mehrere Menschen, weil verschiedene Sicherheitsmechanismen versagt haben.)
„Es gibt die Disziplin nur in dem Maß, wie es eine Multiplizität und eine Absicht gibt, oder ein Zielobjekt oder ein von dieser Multiplizität aus zu erreichendes Resultat.“
( Zitat von Foucault Michel, “Geschichte der Gouvernementalität 1, Sicherheit, Territorium, Bevölkerung““, 1. Aufl., Frankfurt am Main, Verlag Suhrkamp, 2004 S. 28)
“Die Disziplin organisiert einen nützlichen Raum.”Zitat von Foucault Michel, “Überwachen und Strafen“, 1. Aufl., Frankfurt am Main, Verlag Suhrkamp, 1976, S. 184
Wie aber lässt sich die Disziplin mit dem (akutsischen) Kunstgenuß vereinbaren? Ist das überhaupt möglich?
Wieviel „Masse“ verträgt die Kunst?
Die sichtbaren Beschränkungen (Schrankensysteme, Ausgrenzungen, Sicherheitspersonal) und unsichtbaren
Beschränkungen (Verhaltensregeln, Eintrittsrichtlinien...) prägen das Verhalten und die (Sitten)moral der Gesellschaft.
„(...) in jeder Gesellschaft wird der Körper zum Gegenstand so gebieterischer und eindringlicher Besetzung (...) ihm werden Zwänge, Verbote und Verpflichtungen auferlegt.“
Zitat von Foucault Michel, “Überwachen und Strafen“, 1. Aufl., Frankfurt am Main, Verlag Suhrkamp, 1976, S. 175)